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Evangelisch-methodistische Kirche Bezirk Bebra-Eisenach

Angedacht

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20, 29)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Viele Menschen haben heute Schwierigkeiten an die Auferweckung Jesu von den Toten zu glauben. Eine solche Wundergeschichte, dass ein Toter wieder zum Leben kommt, passt nicht in unsere Zeit. In einer Welt, in der wir auf dem Weg zu sein scheinen, auch die letzten Geheimnisse des Universums naturwissenschaftlich bzw. technisch erklären zu können, ist für solch einen Wunderglauben kein Platz. So ist es fast selbstverständlich, dass die Osterbotschaft angezweifelt wird. Und auch uns persönlich ist der Zweifel ja nicht fremd. Kann das alles wirklich so gewesen sein, wie die biblischen Autoren es darstellen? Eigentlich müsste ich es mit eigenen Augen sehen, damit ich glauben kann. Die Geschichte mit dem ungläubigen Thomas, aus der der Monatsspruch für den April stammt, ist realistisch und bodenständig. Sie vertreibt die Dunkelheit des Karfreitags nicht einfach mit der Helligkeit des Ostermorgens. Sie ist nüchtern und gibt der Skepsis und dem Zweifel des Thomas Raum. Denn nicht immer kann man an die Auferstehung glauben. Christlicher Glaube ist ein Glaube, zu dem der Zweifel gehört. Der Zweifel ist nicht das Gegenteil des Glaubens, er ist vielmehr Element des Glaubens. Thomas ist deshalb nicht nur als schwacher Jünger zu tolerieren, sondern ein ganz wichtiger Vertreter der Jüngerschar. Er erinnert uns an die Tugend der Skepsis. Nur mit ihr lässt sich das Dunkle wahrnehmen, die Verblendung aufdecken, schöner Schein entlarven und das Gewissen schärfen. Nur so kann sich der Glaube dauerhaft festigen. Glaube und Zweifel sind keine Antipoden, sondern Geschwister. Ostern lässt uns hoffen, dass nicht die Sinnlosigkeit, nicht die Dunkelheit das letzte Wort haben, sondern der Glaube, die Liebe und die Hoffnung.

 

Mit herzlichen österlichen Grüßen

Ihr/Euer

Jürgen Stolze

 

 

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