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Evangelisch-methodistische Kirche Bezirk Bebra-Eisenach

Liebe Schwestern und Brüder,

seit dem 10.05.2020 finden unter den gesetzlichen Hygieneauflagen wieder Gottesdienste auf unserem Bezirk Bebra-Eisenach statt.
Wann und wo entnehmen Sie bitte auf den jeweiligen Unterseiten der einzelnen Gemeinden.


Von diesem Beschluss ausgenommen sind Bestattungen.

© Carsten Werner www.oben-drohne.de

Angedacht

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

(Psalm 139, 14)

  

Der 139. Psalm, dessen 14. Vers der Monatsspruch für den September dieses Jahres ist, legt Zeugnis von der intensiven und persönlichen Beziehung zwischen Gott und dem Beter ab. Dieses intime Verhältnis wird im Gebetsprozess des Psalms bis in die Tiefe ausgelotet. Dass der Beter von Gott bis in die Abgründe seine Seele erkannt ist, hat zunächst einen beängstigen Charakter. Gott kennt jede Regung und jeden Wunsch des Beters; keine Absicht und keine Tat bleibt verborgen. Und der Beter kommt zur Erkenntnis: vor diesem Gott kann er nicht fliehen. Wenn er auch in die entferntesten Winkel der Erde flüchtete, Gott würde ihn finden. Ja, längst vor ihm wäre Gott bereits da. Im Laufe des Psalm schlägt die anfängliche Distanz gegenüber der ständigen Prüfung und Leitung durch Gott langsam um. Ist die Befindlichkeit Gott gegen-über zunächst reserviert, weil die intime Kenntnis als einengend und beängstigend wahrgenommen wird, bricht sich nun eine neue Erkenntnis Bahn: Der Gott, der mich so intensiv begleitet, ist mein Schöpfer. Er hat mir das Leben geschenkt, und darum ist er mir so nah und kennt mich durch und durch. Daraus wächst die Einsicht, dass ich mit meinem ganzen Leben wunderbar geschaffen bin. Und er sieht sich damit eingereiht in die ganze großartige Schöpfung, deren Teil er ist. Im Gebetsprozess, den der 139. Psalm nachzeichnet, kommt der Beter von einer passiven, an Gott ausgelieferten Befindlichkeit zu einer selbstbestimmten Zustimmung zu Gottes Führung. Der Mensch ist nicht Objekt, Gegenstand göttlicher Führung, sondern er nimmt sich als wertgeschätzten Partner wahr. In der biblischen Sprache wird dies immer wieder damit ausgedrückt, dass Gott nicht nur der im Himmel thronende König der Welt ist, sondern dass er sich uns unser Vater offenbart, dessen Kinder wir uns nennen dürfen.

 

Mit herzlichen Grüßen

Jürgen Stolze

 

 

Hier finden Sie unseren aktuellen Gemeindebrief zum Download.

Die Gemeindekalender sind auf den Unterseiten der Gemeinden zu finden.